97 % Tor Tour de Ruhr
Am Freitag (22.5.)war ich beim Abendsportfest in Uslar. Dort bin ich über 200m und über 1000m gestartet.
Da in der Altersklasse M75 noch keiner über diese Strecke gelaufen ist, hatte ich jeweils im Ziel den Kreisrekord.
200 m in 45,04 Sek. und 1000m in 5:05 min.
Das war die Kontrolle ob ich fit bin.
Mitternacht von Samstag auf Pfingstsonntag stand ich mit Lukas in Herdeke am Start für einen 100 Km-Lauf. Es war die Laufveranstaltung „Tor Tour de Ruhr.“ Das Ziel war nach 100 Km die Rheinorange in Duisburg. Lukas war meine Begleitung auf dem Rad. Begleitung war Pflicht. Den Streckenverlauf hatte jeder Teilnehmer auf dem Handy. Es gab auf der Strecke nur vier Verpflegungsposten. Man musste alles selbst mitnehmen. Wir waren ca. 120 Teilnehmer und mindestens genauso viele Begleiter auf dem Rad.
Die ersten Stunden war es dunkel und herrlich kühl. Gegen 4-5 Uhr wurde es heller und die Stirn- und Radlampen wurden nicht mehr gebraucht. Ab jetzt lichtete sich das Feld und man war öfter mal allein unterwegs. Ab 9 Uhr wurde es warm und ab 10 Uhr heiß. Es ging zum großen Teil auf den Radwegen an der Ruhr entlang. Die Begleitung durch Lukas war sehr wichtig und hilfreich. Er musste stundenlang auf den Sattel sitzen und immer auf den richtigen Weg achten. Auf der Strecke war selten Schatten. So lief man auch ein langes Stück um den Baldeneysee. Erinnerungen wurden wach. Hier war ich früher beim Marathon im 4 min-Schnitt durchgerauscht. Jetzt schlich ich mit einem 8 bis 9 min. Tempo dahin.
Doppelt so langsam aber auch doppelt so alt. Die Verpflegung bei ca. 60 Km wurden erreicht.
Hier war ein aufmunternder Hinweis: Nur noch ein Marathon bis ins Ziel. Siehe Bild.
Die letzte Verpflegung war ca. 23 Km vor dem Ende. Jetzt bekam ich Probleme. Eine Blase an der Verse machte sich bemerkbar. Ich versuchte das Gewicht zu verlagern, aber es tat weh und wurde schlimmer.
Ich habe die Zähne zusammen gebissen und bin weiter gehumpelt. Aber ca. 3 Kilometer vor dem Ziel ging es nicht mehr. Bis zum Zielschluss hatte ich noch 3 Stunden Zeit. Aber ich wollte nicht als humpelndes Elend ins Ziel schleichen.
Ich hatte 97 Kilometer geschafft, abgesehen von der Blase am Fuß, war ich wohl auf und glücklich.
Mein Bruder kam mit dem Auto und hat mich, Lukas und das Rad eigepackt.
Zuhause angekommen hat meine Frau meinen Fuß bestens behandelt. Da ist es von Vorteil wenn man eine gut ausgebildete Krankenschwester geheiratet hat.
Schon am nächsten Tag konnte ich mich gut bewegen und wieder schmerzfrei auftreten.
Obwohl ich beim Lauf unmengen getrunken habe, hatte ich 4 Kilo an Gewicht verloren.
Ich werde versuchen dieses Gewicht bis zu nächsten Lauf zu halten.
Adalbert